Lengfeld II: Artikel in Mainpost, 4.11.19; Autor Fabian Ballweg

TSV Lengfeld II: Der Aufstieg hat Priorität 1b

Erfolg lässt sich für Marius Obradovici, Trainer des TSV Lengfeld II, nicht nur am sportlichen Abschneiden messen. Der 57-Jährige beschreibt seine Rolle als Trainer eher als die eines Förderers: „Mir ging es nie darum, zwangsläufig aufzusteigen. Ich wollte meine Spieler besser machen, entwickeln, damit sie das Maximum aus sich herausholen können. Vielleicht auch in höheren Klassen“. Ein Credo, das Obradovici bei seinen bisherigen Trainerstationen beim SC Heuchelhof sowie der A-Jugendmannschaften des SV Heidingsfeld und des TSV Lengfeld beherzigte. Und das ihn, wie man meinen könnte, prädestiniert für sein derzeitiges  Amt als Coach der Lengfelder Reservemannschaft in der Kreisklasse 1 Würzburg.

Dort geht Obradovici, der seine aktive Fußballkarriere größtenteils in Rumänien verbrachte und dort auch in der ersten Liga spielte, in seine zweite Saison. Mit Andreas Burbach und Daniel Zuljevic verhalf er in seiner ersten Saison zwei seiner Akteure zum Sprung in den Landesligakader, Zuljevic ist mittlerweile auch bei der ersten Mannschaft Stammspieler. „Das freut einen auf jeden Fall. Und macht mich auch ein bisschen stolz", sagt der 57-Jährige, der seine ehemaligen Spieler, auch die von früheren Stationen, weiter im Blick behält.

Obradovici: Kein Dienstleister für die erste Mannschaft

Trotzdem sieht sich Obradovici keineswegs als Dienstleister für die in der Landesliga Nordwest antretende erste Mannschaft.  Dementsprechend unzufrieden zeigt sich der Ex-Profi darüber, wie seine Debütsaison bei Lengfeld II zu Ende ging: Die schloss seine Mannschaft am Ende auf Platz fünf ab. Aber Obradovici ist überzeugt: Da war mehr drin. „Am Ende hatten wir viele Ausfälle, nur noch wenige verfügbare Spieler. Von der Ersten haben wir dann trotz der Personalsituation wenig Unterstützung bekommen, die Topspiele am Ende dann verloren.“

Eine verpasste Chance, findet der 57-Jährige, denn von einer höherklassigen Reserve profitiere nicht zuletzt auch die Landesligamannschaft: „Das muss auch die erste Mannschaft begreifen." Auch Rudolf Kerl, seit diesem Sommer als neuer Sportlicher Leiter beim TSV zuständig für beide Mannschaften, stimmt seinem Trainer im Prinzip zu: „Wenn wir mit der zweiten Mannschaft in der Kreisliga spielen, erhöht das die Attraktivität für die von der ersten abgestellten Spieler“, umgekehrt werde für Spieler aus der Zweitvertretung der Sprung in die Landesliga einfacher.

Sportlicher Leiter als Schnittstelle

Als Sportlicher Leiter sieht er seine Aufgabe darin, als Bindestelle zwischen beiden Teams und deren Trainern – Michael Hochrein bei der ersten und Obradovici bei der zweiten Mannschaft – zu fungieren. Und im Endeffekt seien die Interessen beider Trainer zwar in bestimmten Punkten gegensätzlich, aber jeweils für sich durchaus legitim: „Klar hat Michael Hochrein ein Interesse daran, dass die Spieler die in der Zweiten Spielpraxis sammeln sollen, dann dort auch spielen. Umgekehrt ist dort Marius Obradovici Trainer und damit alleine zuständig für die Aufstellung“. Da gehe es dann darum, zu vermitteln und über die Jahre hinweg Kompromisse zu finden. „In dieser Saison“, zieht Kerl ein Zwischenfazit, „klappt das bisher ganz gut“. Und auch Trainer Obradovici zeigte sich grundsätzlich zufrieden: „Wir haben da gute Jungs zusammen“.

Rückschritt gegen Sommerhausen/Winterhausen

Das Topspiel bei der SG Sommerhausen/Winterhausen war dabei ein klarer Rückschritt: Mit 0:3 verlor die Lengfelder Reserve, war dabei bis auf die Anfangsphase weitestgehend chancenlos. Coach Obradovici zeigte sich folgerichtig gar nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner mit fünf nominellen Landesligaspielern verstärkten Mannschaft. „Wir haben heute nicht gut zusammengespielt, insgesamt gar nicht harmoniert.“ Mit der Niederlage verpasste Lengfeld II den Sprung an die Tabellenspitze. Den übernahm stattdessen die Heimmannschaft, bei der sich Trainer Christian Kohl über „die bisher beste Saisonleistung“ freute. Für Obradovici blieb nur die Rolle des fairen Verlierers: „Glückwunsch an die SG“.

Die Statistik des Spiels

Fußball: Kreisklasse Würzburg 1

SG Sommerhausen/Winterhausen – TSV Lengfeld II 3:0 (1:0)

Sommerhausen/Winterhausen:Guller – Pöhland, Kernwein, Kessler, Obenhuber (85. Wilbald), Schwarz, Mainberger, Morawietz (71. Herrhammer), Vetter, Sebastian Keßler (85. Dickel), Daniel Keßler.

Lengfeld: Sackmann – Schramm, Kirchner, Lindner, Lang, Markert, Dauber, Nöller, Haug (53. Nazari), Albert, Burbach (82. Hazrati).

Schiedsrichter: Benjamin Krebs (Echtz).

Zuschauer: 155.

Tore: 1:0 Fabian Mainberger (23.), 2:0 Sebastian Keßler (78.), 3:0 Daniel Keßler (83.).

 

Eine für das Spiel symptomatische Szene: Torhüter Lukas Sackmann vom TSV Lengfeld II muss beim 0:3 gegen die SG Sommerhausen/Winterhausen in der Kreisklasse 1 eingreifen. Hier gegen Sebastian Keßler von der SG. Foto: Heiko Becker

 

Alban Ramaj: Presseberichte von MainPost Online und FuPa.net

 

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Artikel aus MainPost Online vom 18.10.19; Autor:Jörg Rieger

Ex-Profi verstärkt den TSV Lengfeld

Würzburg ist immer seine Heimat geblieben:
Nach mehreren Profi-Stationen gibt Alban Ramaj ein Comeback bei Fußball-Landesligist TSV Lengfeld.

 

Alban Ramaj hat in seinen 13 Jahren als Profi acht Stationen quer durch ganz Deutschland hinter sich gebracht. „Überall habe ich viel dazugelernt“, sagt der gebürtige Kosovare am Tisch eines Italieners in der Ludwigstraße. Er wohnt ums Eck, Würzburg ist ihm immer Heimat geblieben.


Seit letztem Sonntag hat Ramaj eine neue fußballerische Aufgabe: Er will dem Landesligisten TSV Lengfeld (11./18), der am Sonntag (15 Uhr) zum nächsten Stadt-Land-Duell in Kleinrinderfeld (14./16) antritt, nach dem sommerlichen Umbruch helfen, weiter Tritt zu fassen. „Ich möchte mein Wissen an die jungen Spieler weitergeben. Das halte ich für ganz wichtig“, bekräftigt der 33-Jährige, der betont, dass Vater und Mutter ihm immer die größten Vorbilder gewesen seien.

Als Alban zweieinhalb Jahre alt war, ist seine Familie 1988 aus dem späteren Kriegsgebiet im Kosovo nach Würzburg gekommen. „Wir hatten nichts – und trotzdem haben meine Eltern mit ihren fünf Kindern hier etwas aufgebaut.“ Ramaj kann sich noch gut erinnern, als er schon als kleiner Junge die wenigen Meter vom Wohnhaus zum Training beim Würzburger FV gelaufen ist – mit einer großen Tasche auf dem Rücken. Er hat alle Jugendteams bei den Zellerauern durchlaufen – und wurde schließlich von Michael Hochrein in die erste Mannschaft eingebaut. Jener Hochrein, der heute Trainer in Lengfeld ist. „Michael hat trotz meines jungen Alters auf mich gesetzt. Ich habe es ihm mit Toren zurückgezahlt“, erinnert sich Ramaj.

So steuerte der technisch versierte Offensivspieler 29 Treffer zum Aufstieg in die damals eingleisige Bayernliga bei. Der WFV war für ihn das Sprungbrett zum Profi, die U 23 des TSV 1860 München die nächste Station. Dort kickte er mit Akteuren, die teilweise heute noch in der Bundesliga spielen – oder trainieren, zum Beispiel Julian Nagelsmann. Doch die Konkurrenz bei den Sechzigern war letztlich zu groß.

Ramaj zog weiter zu Energie Cottbus. Auch dort spielte er für die Reserve in der seinerzeit noch drittklassigen Regionalliga. Mit einem Erstliga-Einsatz wurde es nichts. „Cottbus war mitten im Abstiegskampf. Da hat man eher nicht auf junge Spieler gesetzt“, sagt Ramaj, der mit der Zweiten hauchdünn die Drittliga-Qualifikation verpasste. Er blieb dennoch drittklassig – bei Kickers Emden. „Es war dort ein richtig gutes Jahr. Doch auf der Abschlussfahrt auf Mallorca haben wir erfahren, dass der Verein pleite war“, berichtet der Beidfüßer.

Immer wieder musste er sich von solchen Rückschlägen erholen, oft auch von Verletzungen. „Ich bin oft hingefallen, aber immer wieder aufgestanden“, sagt Ramaj und fügt an: „Ich hab immer an mich geglaubt.“ So folgte auf Emden seine sportlich erfolgreichste Zeit in Aue. Erst gelang der Zweitliga-Aufstieg, dann sorgten die Sachsen auch eine Klasse höher für Furore.

„Das ganze Erzgebirge hat von der Bundesliga geträumt.“ Am Ende war Aue Fünfter. „Höhepunkt war das Gastspiel bei Hertha BSC, wo uns bestimmt 10 000 Fans ins Olympiastadion begleitet haben“, sagt Ramaj, den wiederum Verletzungen zurückwarfen. So stand er nach einem Jena-Gastspiel plötzlich ohne Verein da – und landete schließlich im Winter bei den Würzburger Kickers nach deren Regionalliga-Aufstieg.

Doch die Ambitionen der Rothosen waren seinerzeit noch nicht ersichtlich, so dass es Ramaj erneut aus der Domstadt fortzog – diesmal zum FC 08 Homburg. Es folgte seine vorerst letzte Station beim SV Waldhof Mannheim. Dreimal in Folge verpasste er mit den Waldhöfern in der Relegation den Drittliga-Aufstieg, den Würzburger Kickers hingegen gelang er. „Ich habe mich zwischenzeitlich mal mit Bernd Hollerbach getroffen und wäre noch einmal zu den Kickers gegangen. Doch dazu kam es nicht“, sagt Ramaj. So beendete er im Sommer 2018 bei Waldhof seine Karriere – und kehrte dann nach Würzburg zurück.

„Ich habe Marc Reitmaier beim WFV inoffiziell ein wenig im Training unterstützt“, berichtet der gelernte Automobilkaufmann. „Fußballerisch wollte ich nach so vielen Jahren mal auf andere Gedanken kommen.“ Ramaj hat die Rechnung ohne Hochrein gemacht, der ihn schon seit längerem bekniet. „Irgendwann habe ich nachgegeben“, erzählt der Routinier. Nun sei er wieder voll dabei. „Ich bin noch genauso ehrgeizig und torhungrig wie früher.“ Kleinrinderfeld wird?s nicht freuen.

 

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Artikel aus FuPa.net vom 15.10.19; Autor Dirk Meier

Lengfelds Werben um Ex-Profi Alban Ramaj hat Erfolg

Der zuletzt vereinslose 33-jährige Angreifer kickte in der zweiten Liga für Ergebirge Aue und läuft nun für den Nordwest-Landesligisten auf
Dem TSV Lengfeld, Tabellenelfter in der Landesliga Nordwest, ist ein aufsehenerregender Transfer-Coup gelungen. Der ehemalige Profi-Stürmer Alban Ramaj hat sich dem Verein aus dem Würzburger Stadtteil angeschlossen, gab am Sonntag im Heimspiel gegen den TSV Unterpleichfeld sein Debüt in der Startelf.  Und das zahlte sich sofort aus: Die Lengfelder bewzwangen den favorisierten Tabellenfünften überraschend klar mit 3:0. Ramaj kommt aufgrund einer langjährigen Freundschaft mit Lengfelds Trainer Michael Hochrein nach Lengfeld.


Der Sportliche Leiter des TSV Lengfeld, Rudolf Kerl, hat am Sonntag den Wechsel des ehemaligen Profi-Spielers Alban Ramaj zum Landesligisten TSV Lengfeld verkündet. In Würzburg ist Alban Ramaj durch sein Engagement beim Würzburger FV (in den Jahren 2003-2005; Bayernliga) und bei den Würzburger Kickers (2013; Regionalliga) bestens bekannt. Seine weiteren Vereins- und Profistationen waren TSV 1860 München II, Energie Cottbus II, Kickers Emden, FC Erzgebirge Aue, FC Carl Zeiss Jena, FC 08 Homburg und SV Waldhof Mannheim.

Zustande kam der Transfer-Coup in erster Linie aufgrund der langjährigen Freundschaft des Lengfelder Trainers Michael Hochrein mit Alban Ramaj. Hochrein hatte in seiner Zeit als Trainer des Würzburger FV den jungen Ramaj ausgebildet und ihm den Weg zum Profi geebnet. Nachdem Alban Ramaj seine Profikarriere nach seinem letzten Profi-Engagement beim SV Waldhof Mannheim beendet hat, kehrte er nun wieder nach Würzburg zurück und hielt sich in den letzten Wochen beim TSV Lengfeld fit. Nach gemeinsamen Gesprächen erklärte sich Ramaj nun bereit, in Zukunft als Amateur-Spieler für die Lengfelder Landesliga-Mannschaft zu spielen. "Wir kennen uns ja schon sehr lange und Alban ist ein super Typ. Es freut mich ganz besonders, dass er uns helfen will. Denn wir haben nach einem personellen Umbruch eine sehr junge Mannschaft und da kann uns ein so erfahrener Spieler auf jeden Fall weiterhelfen", freut sich Hochrein.

Dominik Tkalec; MainPost-Artikel am 10.10.19

MainPost vom 10.10.19
von Fabian Ballweg

Vom Balkan nach Franken - Lengfelds Dominik Tkalec

Beweist seine fußballerische Klasse in der Landesliga: Dominik Tkalec vom TSV Lengfeld (am Ball), hier gegen Edisan Berisha vom SV Euerbach/Kützberg (in weiß).   Foto: Marion Wetterich

Zum Derby in der Fußball-Landesliga Nordwest empfängt an diesem Sonntag (15 Uhr) der TSV Lengfeld den TSV Unterpleichfeld. Für beide Seiten ein nicht nur aufgrund der geografischen Nähe brisantes Match: Unterpleichfeld will mit einem Sieg den Kontakt zu den Aufstiegsrängen halten, während die Heimmannschaft im Abstiegskampf jeden Zähler braucht.

Besonders im Fokus auf Seiten der Lengfelder wird dabei Dominik Tkalec stehen, mit fünf Treffern Anführer der teaminternen Torschützenliste. In seiner zweiten Saison bei den 1876ern hat sich der 22-jährige Kroate zu einer wichtigen Stütze des Teams entwickelt und bereits nach 14 Spieltagen die Torausbeute der Vorsaison (zwei) verdoppelt. Dass der Mittelfeldspieler, der in der zweiten und dritten kroatischen Fußballiga bereits professionell gespielt hat, im rot-schwarzen Trikot Lengfelds aufläuft, ist dabei zweifelsohne ein Glücksfall für den Landesligisten.

Missglückte Episode beim Würzburger FV

Dabei landete Tkalec eigentlich nur aufgrund für ihn widriger Umstände beim TSV. Denn ursprünglich kam der 22-Jährige aus der Stadt Beli Manastir im äußersten Nordosten Kroatiens im Februar 2018 nach Würzburg, um in der Bayernliga für den Würzburger FV gegen den Ball zu treten. Aus seiner Karriere beim WFV wurde jedoch nichts: Notwendige Unterlagen aus Kroatien kamen zu spät beim Bayerischen Fußballverband (BFV) an. Als Folge davon erhielt Tkalec keine Spielberechtigung.

Es folgte eine frustrierende Zeit für den Mittelfeldspieler, der zwar trainieren, aber nicht spielen durfte. Ein so nicht geplanter Start ins Deutschland-Abenteuer, für das der damals 21-Jährige Familie und Freunde in Kroatien zurückgelassen hatte: „Zwischenzeitlich habe ich auch schon daran gedacht, wieder nach Kroatien zurückzukehren“ sagt Tkalec.

Die Heimat von Dominik Tkalec: Beli Manastir nahe der ungarischen Grenze

An diesem Punkt trat Michael Hochreinauf den Plan: Der ehemalige WFV-Trainer, mittlerweile wieder zurück bei seinem Heimatverein in Lengfeld, meldete sich telefonisch bei dem Kroaten, um ihn von einem Wechsel in die Landesliga zu überzeugen. Der zögerte nicht lange: „Ich wollte einfach nur wieder spielen, da musste ich nicht großartig nachdenken."

Die suboptimale Episode beim WFV hat Tkalec mittlerweile abgehakt: „Ich bin da niemandem böse. Es war ja nicht deren Schuld, und außerdem haben sich dadurch andere Türen für mich geöffnet.“ Heimweh nach Kroatien plagt den 22-Jährigen indes immer noch hin und wieder, umso mehr, als dass sich Besuche daheim während der Saison aufgrund des engen Spielplans schwierig gestalten. Auch aus anderen Gründen vermisst er sein Heimatland: „In Deutschland sind die Leute viel mehr auf die Arbeit fokussiert. In Kroatien gibt es mehr Zeit für Familie und Freunde. Und das Wetter ist auch besser.“

Ambitionen auf höherklassigen Fußball

Dennoch hat sich Dominik Tkalec in seinem zweiten Jahr in Würzburg nicht nur auf dem Fußballplatz akklimatisiert: „Würzburg gefällt mir sehr gut, die Stadt hat genau die richtige Größe für mich." Und auch mit seinen Mannschaftskollegen versteht er sich sehr gut, besonders mit Daniel Zuljevic, mit dem er in seiner Muttersprache parlieren kann. Denn obwohl der 22-Jährige sehr gut Deutsch versteht, ist er sich bisweilen noch unsicher: „Michael Hochrein sagt immer, ich soll Deutsch reden. Und verstehen tue ich eigentlich auch fast alles. Nur beim Sprechen fühle ich mich unwohl.“ Das Interview mit dem Fußballer wird dann auch auf Englisch geführt. „Jetzt im Winter habe ich aber noch mehr Zeit zum Lernen“, ergänzt Tkalec.

Der 22-jährige Ex-Profi hat vor, länger in Deutschland zu bleiben – und dabei Ambitionen, mittelfristig auch wieder höher zu spielen. Stand jetzt liegt sein Fokus aber auf dem TSV Lengfeld: „Gegen Unterpleichfeld wird es ein schwieriges Spiel. Aber ich erwarte einen Sieg.“

 

 

Unser Spieler Dominik Schmitt im MainPost-Interview

Aus MainPost;  19.09.2019 aktualisiert: 19.09.2019
AUTOR : Jörg Rieger

Dominik Schmitt startet durch

Porträt über den Defensivakteur Dominik Schmitt vom TSV Lengfeld aus der Fußball Landesliga.
Das Interview fand auf der Dachterasse der FH Würzburg statt.

Foto: Thomas Obermeier

 

Dominik Schmitt vom TSV Lengfeld weiß, was er will. Soeben hat er sich an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) für Betriebswirtschaftslehre eingeschrieben. Über eine Ausbildung und die Berufsoberschule hat der kürzlich 21 Jahre alt gewordene Innenverteidiger das Fachabitur gebaut. Seit dieser Saison startet Schmitt auch fußballerisch durch.

Stammplatz für den Neuzugang

In nur wenigen Wochen nach seinem sommerlichen Wechsel vom Kreisligisten SV Bütthard in den Würzburger Stadtteil hat sich der Blondschopf einen Stammplatz in der Landesliga erkämpft. Bei der Nullnummer in Geesdorf am letzten Samstag spielte er mit seinem neuen Klub erstmals hinten zu Null. "Es wurde auch Zeit", sagt Schmitt hoch oben in der FHWS-Cafeteria: "Diesmal hat die ganze Mannschaft viel besser verteidigt als zuletzt."

 

Im Match davor setzte es nämlich gegen die FT Schweinfurt zu Hause gleich sechs Gegentreffer – und im vorletzten Heimspiel auch schon deren vier. "Das war eindeutig zu viel. Als die Freien Turner ihr erstes Tor geschossen haben, war bei uns sofort die Verunsicherung zu spüren", gesteht Schmitt, der die TSV-Abwehrkette gemeinsam mit dem nur ein Jahr älteren Jeremias Hofmann organisiert. "Wir ähneln uns von der Spielweise und versuchen, auf dem Feld viel zu sprechen." Schmitt, der an die 1,90 Meter misst, lebt von seinem Stellungsspiel und der Kopfballstärke. Gerade im Spielaufbau gebe es sicherlich Luft nach oben, so der Jungstudent, der noch im Büttharder Ortsteil Höttingen wohnt und als fünfjähriger Steppke beim SVB mit dem Fußball begonnen hat.

 

Zurück zum Heimatverein

Zur U 17 wechselte Schmitt in die Jugend des Würzburger FV. Als Christian Steinmetz in Bütthard Spielertrainer geworden ist, kehrte er 2017 zurück – und bildete mit ihm das Innenverteidiger-Duo. "In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt", erzählt Schmitt. Im ersten Jahr bei den Aktiven gelang ihm mit seinen Bütthardern gleich der Kreisliga-Aufstieg. Im Toto-Pokal war erst im Kreisfinale Endstation.

 

Als sich in seinem Heimatverein ein großer Umbruch abzeichnete und Lengfelds Trainer Michael Hochrein bei ihm anfragte, ging alles ganz schnell. "Wir waren uns sofort einig. Als kleiner Junge habe ich mal bei seiner Fußballschule mitgemacht", berichtet Schmitt, der ohnehin nochmals höherklassig angreifen wollte.

 

Dass es nach einem ordentlichen Saisonstart der Lengfelder (15./11) zuletzt nicht eben rund lief, hat für den Abwehrrecken unterschiedliche Gründe – fehlende Spieler in der Urlaubszeit, jugendliche Unerfahrenheit und der nicht funktionierende Kopf, wenn es erst einmal schlecht läuft. "Ich hoffe, dass wir in Geesdorf den Negativtrend gebrochen haben. Schließlich hätten wir dort auch ohne weiteres gewinnen können, wenn wir bei einem unserer Konter erfolgreich gewesen wären." Schon jetzt merkt man Schmitt die Vorfreude auf die drei Derbys hintereinander Anfang Oktober an: Höchberg (6. 10.), Unterpleichfeld (13. 10.) und Kleinrinderfeld (20. 10.).

 

Den sonntäglichen Gast aus Lichtenfels (11./13) weiß Schmitt dagegen nicht so recht einzuschätzen. Die Oberfranken wurden aus der Nordost-Staffel umgruppiert, haben einen klassischen Fehlstart hingelegt – und ließen zuletzt mit zwei deutlichen Heimsiegen aufhorchen. "Wir müssen defensiv wieder so stabil stehen wie in Geesdorf. Vorne gelingt uns diesmal bestimmt wieder etwas", hofft Schmitt, der nach eigener Aussage hervorragend ins Mannschaftsgefüge aufgenommen worden ist.

 

Als Einstand durfte er sich genau wie die anderen Neuzugänge am Mikrofon versuchen. Was er denn zum Besten gegeben hat? "Wonderwall" von Oasis. Dieses englische Wort hat keine feste Bedeutung, wird aber auch als "mein Bollwerk" übersetzt. So passt der Liedtitel ganz gut zu Schmitt’s Rolle auf dem Rasen bei seinem neuen Verein, dem TSV Lengfeld.

TSV Lengfeld – 1. FC Lichtenfels 
(Sonntag, 15 Uhr)

 

AUTOR Jörg Rieger

 

Artikel aus "anpfiff.info" am 16.8.19 zum Karriereende von James-Joseph Hammond, Thomas Popp und Moritz Vollmer

Artikel veröffentlicht am 16.08.2019 um 18:00 Uhr in „Anpfiff.info“

TSV Lengfeld: Karriereende: Dummes Gelaber und 5000 Euro

Von Thilo Wilke

In einem Freundschaftsspiel zwischen dem TSV Lengfeld und dem FV Würzburg (3:6) schnürten drei Spieler des TSV Lengfeld zum letzten Mal ihre Fußballschuhe:James-Joseph Hammond, Thomas Popp und Moritz Vollmer. Dabei haben die Akteure eine besondere Gemeinsamkeit, denn alle drei Spieler waren in ihren jeweiligen Karrieren nur für die gleichen zwei Vereine aufgelaufen. 

Das gibt es so sicherlich kein zweites Mal im Würzburger Spielkreis, denn drei bekannte Würzburger Fußballer beendeten zur gleichen Zeit ihre jeweiligen Karrieren. Doch die besondere Geschichte ist nicht etwas ihr Karriereende, sondern die Tatsache, dass alle drei Spieler im Herrenbereich für zwei Würzburger Vereine aufliefen. Die ersten erfolgreichen Schritt machten Thomas Popp, James-Joseph Hammond und Moritz Vollmer nämlich bei den Würzburger Kickers, ehe alle drei Defensivspieler beim Landesligisten TSV Lengfeld gelandet waren. Dabei waren die vereinstreuen Spieler gemeinsam, sowohl 2015 bei der Bezirksligameisterschaft der zweiten Kickers-Mannschaft und der Durchmarsch in die Regionalliga, als auch 2017 beim Landesligaaufstieg der Lengfelder entscheidend beteiligt. Ihre Qualität war unumstritten, sodass sicherlich auch andere Vereine im Umkreis die drei Akteure gerne verpflichtet hätten, jedoch hielten die Kicker ihren beiden Vereinen jeweils die Treue. Gerade für den TSV Lengfeld ist das Karriereende ihre drei Leistungsträger ein herber Verlust.

Mehrere Aufstiege

Der US-Amerikaner Hammond spielte von 2008 bis 2016 bei den Kickers und absolvierte dort, in den letzten Jahren auch als Mannschaftskapitän, 99 Meisterschaftsspiele. 2016 wechselte er zum TSV Lengfeld und absolvierte dort weitere 36 Meisterschaftsspiele. Innenverteidiger Popp spielte von 2009 bis 2016 bei den Kickers und danach für Lengfeld. Gesamt absolvierte er für beide Vereine 192 Meisterschaftsspiele; 137 Spiele für Kickers und 65 für Lengfeld. Er kam zudem einmal in der Regionalliga zum Einsatz, als er gegen den FC Augsburg 2 in der Schlussphase eingewechselt wurde. Der 31-jährige Vollmer spielte von 2009 bis 2015 bei den Kickers und wechselte dann zum TSV Lengfeld. Bei den Rothosen kam er in der höchsten bayerischen Spielklasse sogar zu 15 Einsätzen. In gesamt 121 Meisterschaftsspielen (53 Spiele für Kickers und 68 Spiele für Lengfeld) erzielte der oft auch als Verteidiger eingesetzte Spieler beachtliche 20 Tore, 16 davon für Lengfeld. Fast märchenhaft gestaltete sich der Abschluss seiner Fußballkarriere. In seinem letzten Spiel erzielte er in der letzten Minute des Spiels aus 20 Meter ein wunderschönes und unhaltbares Tor. Ein wahrhaft traumhafter Abschluss für einen Fußballer.

 

 anpfiff.info interviewte den 30-jährigen Popp zum Karriereende, der ehrliche Antworten zu seiner Karriere gab.

anpfiff.info interviewte Thomas Popp.

Herr Popp, Ihr drei habt eure jeweiligen Karrieren gleichzeitig beendet. War das zufällig oder doch geplant gewesen?
Thomas Popp: Naja, gleichzeitig nicht wirklich, da die anderen Zwei ja wegen ihren Kreuzbandrissen etwas früher abtreten mussten bzw. Mo wieder zurückgekommen ist, bevor er dann mit mir aufgehört hat. Insgesamt sind wir sehr gut befreundet und ich hatte schon länger den Gedanken aufzuhören. Damals hat Moritz uns ja von den Kickers nach Lengfeld gelotst und da wollte ich eigentlich schon aufhören. Da der Haufen dort aber wirklich interessant und lustig war. Zudem das Fußballerische immer als Hobby angesehen wurde ,wie es bei Kickers zum Schluss leider nicht mehr der Fall war, habe ich dort noch drei Jahre dran gehängt. Das wir alle zusammen aufgehört haben, war mehreren Zufällen gegeben.

Was waren denn für Sie die ausschlaggebenden Gründe für das Karriereende?
Thomas Popp: Freizeit, aber wenn ich nachdenke, so oft war ich auch nicht beim Training. Da die Wiesn und die Ski- und Sommerurlaube ja immer geplant werden müssen, hat sich dahingehend auch nicht viel geändert. Ich hatte schon viele Freiheiten, die ich gerne ausgenutzt habe. Aber ich habe gemerkt das die Kilos heute nicht mehr so leicht runter gehen wie damals. Ich bin ehrlich, wenn man sich zum Hobby zwingen muss, obwohl es dann auch immer Spaß gemacht hat, dann muss man glaub ich die Reißleine ziehen. Auch wenn ich die Jungs und "das dumme Gelaber" sehr vermisse!

Jetzt ist das natürlich eine besondere Geschichte, dass ihr drei eure Karriere gleichzeitig beendet und dabei auch nur für die gleichen zwei Vereine gespielt habt. War das zufällig das ihr jeweils nur für die Würzburger Kickers und den TSV Lengfeld auflauft oder hattet ihr einen gewissen Einfluss aufeinander?
Thomas Popp: Naja, wenn der Umbruch damals bei Kickers nicht so extrem gewesen wäre, denke ich, dass von uns keiner auf die Idee gekommen wäre zu wechseln. Aber da, wie schon gesagt, das Hobby zu ernst wurde, ist mir der Wechsel nicht so schwer gefallen. Ich hätte gerne meine Karriere bei Kickers beendet, jedoch bin ich froh beim TSV Lengfeld gespielt zu haben, da ich hier einige gute Jungs und auch Leute der Verantwortlichen kennen und auch schätzen lernen durfte. Zusammenfassend, Moritz hat JJ (James-Joseph) und mich eigentlich zu Lengfeld geholt und es war gut so!


Hatten Sie nie mal daran gedacht für einen anderen Verein zu spielen?
Thomas Popp: Bei mir ging es beim Fußball nie um das Geld, auch wenn die 5000€ (kleiner Scherz am Rande) im Monat ein ganz gutes Taschengeld waren. Jetzt hab ich den Michael Hochrein in die Bredouille gebracht. Mir war es immer wichtig mit guten Jungs zusammen zu spielen und Spaß daran zu haben, auch nachdem Spiel oder Training das ein oder ander Bier zu trinken. Was bei den Kickers am Ende ja auch nicht mehr geduldet wurde. Also um die Klasse, in welcher ich gespielt habe, ging es mir eigentlich nicht wirklich. Es sollte halt schon um Fußball gehen und nicht um den Ball vorschlagen und hinterher und schauen was daraus passiert. Dafür und das soll nicht abgehoben klingen, wäre ich mir zu schade gewesen. Höherklassig wollte ich nicht mehr spielen, da der Aufwand zu hoch und die Freiheiten mit Sicherheit nicht so gegeben waren, wie ich sie genießen durfte.

Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückschauen. Was waren die Highlights, die in Erinnerung geblieben sind?
Thomas Popp: Mein Highlight waren natürlich der Aufstieg mit Kickers in die Regionalliga oder auch zwei Jahre später dann mit der U23, als wir erst den Aufstieg in die Landes- und dann gleich in die Bayernliga feiern konnten. Natürlich gehört aber auch mit Lengfeld der Aufstieg in die Landesliga dazu. Ich habe schon einige Aufstiege feiern dürfen, gerade auch in der Jugend mit meinem Trainer Toni Hammer! Aber Stadtmeister bin ich nie geworden, lag bestimmt an den "Kartoffeln", die an meiner Seite gespielt haben.

Sie haben jetzt deutlich mehr Zeit ohne Fußball. Auf was freuen Sie sich jetzt? Und kann es sein das Sie doch nochmal zum Fußball zurückkehren (als Trainer oder Spieler)?
Thomas Popp: Jetzt freu ich mich auf das Abendessen in Venedig und morgen auf die Toskana. Ich freue mich wirklich auf mehr Freizeit, da so ein Spieltag den Vorabend sowie den kompletten Tag einnimmt. Ich bin nun an den Wochenenden viel unterwegs und hau mir den Ranzen voll. Aber ich bin auch ehrlich, ich vermisse den Fußball schon auch! Ich verfolge natürlich immer Ergebnisse aber leider konnte ich mir noch kein Spiel der Lengfelder anschauen. Aber was ich immer geliebt habe, waren einfach die sinnlosen Gespräche untereinander. Das, und einige Jungs vemisse ich schon . Vielleicht werde ich mich mal nächstes Jahr mit dem Verein zusammen setzen und fragen ob sie irgendjemand brauchen, der Bier perfekt kühlt und dafür sorgt das die Mannschaft Spaß hat. Sag niemals nie!


Vielen Dank für das Interview!

 

Artikel aus FuPa.net am 20.8.19 "Lengfeld: Umbruch scheint zu gelingen"

Lengfeld: Umbruch scheint zu gelingen

Dienstag 20.08.19 11:53 Uhr|Autor: Dirk Meier
Der TSV Lengfeld musst im Sommer einen großen Personalumbruch vollziehen Foto: Hans Will

Lengfeld: Umbruch scheint zu gelingen

Trotz einiger Abgänge und einer deutlich verjüngten Truppe schlägt sich der Nordwest-Landesligist bisher wacker
Set 2017 spielt der TSV Lengfeld wieder in der Landesliga, steht nach den Plätzen elf (2018) und sieben (2019) aktuell in der oberen Tabellenhälfte und hat zehn Punkte aus sieben Spielen auf dem Konto.
Die Truppe von Trainer Michael Hochrein (55) und seinem Assistenten Ralf Scherbaum (46) musste vor dieser Spielzeit einen großen Umbruch am Kader verkraften.
Es hat eine deutliche Verjüngung stattgefunden, teils gewollt, teils aus den Umständen heraus. Coach Hochrein will die noch recht unerfahrene Truppe formen und versuchen, am Ende einen einstelligen Platz zu belegen. Für die nächsten Jahre ist dann von dem Team aus Würzburg einiges zu erwarten.


Michael Hochrein ist ein Trainerfuchs, der sehr viel Erfahrung hat, und auch schon schwierige Situation meistern konnte. Einst brachte Hochrein, der A-Lizenz-Inhaber wohnt auch in Lengfeld, den Verein aus der Kreisklasse bis in die Landesliga nach oben. Dann wechselte der Coach zum Würzburger FV, war dort neun Jahre lang sehr erfolgreich und coacht den WFV in der Bayernliga. Seit 2013 ist der Franke, der hauptberuflich Fußballcamps organisiert, wieder Chefanweiser in Lengfeld und führte den Verein vor zwei Jahren aus der unterfränkischen Bezirksliga West nach drei Jahren Abwesenheit wieder zurück in den Verbandsspielbereich. Dort haben sich die Lengfelder bestens eingelebt.

Mit dem bisherigen Abschneiden zeigt sich Hochrein zufrieden: “Es hätte etwas mehr sein können, was die Punktzahl angeht. Zuletzt sind wir in Haibach beim 0:4 unter Wert geschlagen worden. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir einen großen Umbruch am Kader hatten und die vielen jungen Spieler noch relativ unerfahren sind. Es gilt vor allem die jungen Akteure an die Landesliga heranzuführen.”
 
Im Juni beendeten Stammkräfte wie Moritz Vollmer, Thomas Popp und James Joseph Hammond altersbedingt ihre Karriere. Stürmer Igor Mikic, seit vielen Jahren eine Institution beim TSV Lengfeld, suchte noch einmal die Herausforderung Bayernliga und wechselte zum TSV Abtswind. Der langjährige Kapitän und Abwehrchef Andreas Jazev schloss sich zusammen mit Kevin Markert dem Ligakonkurrenten DJK Schwebenried/Schwemmelsbach an. Artem Margel hat sich zum Landesliga-Konkurrenten ASV Rimpar verändert.

“Wir mussten also ein neues Team aufbauen. Das war dann auch so gewollt, denn wir wollen eine neue Mannschaft formen, die Zukunft hat. Es gilt diese jungen Spieler zu formen und sie für die Zukunft aufzubauen. Wir haben dieses Ziel im Verein gemeinsam so besprochen und werden das jetzt umsetzen. Daher werden wir auch mit Rückschlägen, so wie in Haibach, leben müssen.
Auf Dauer wollen wir uns aber in der oberen Tabellenhälfte positionieren”
, beschreibt Hochrein den Weg mit dem TSV Lengfeld.

Artikel aus "anpfiff.info" am 12.08.19: Ralf Scherbaum im Interview

aus "anpfiff.info", vom 12.8.19
 

25 Jahre nach der Sensation: "Alles, was auf´s Tor kam, musste man halten!"

 
Am 14. August jährt sich zum 25. Mal eine der größten Sensationen im Fußball: 1994 warf der TSV Vestenbergsgreuth den FC Bayern München aus dem DFB-Pokal. Vor fast 25.000 Zuschauern erzielte Roland Stein damals das Goldene Tor gegen das Starensemble mit unter anderem Oliver Kahn, Lothar Matthäus oder Mehmet Scholl.
Von Michael Horling
 
Im Kasten der Amateure: Ralf Scherbaum, damals gerade mal 21 Jahre alt. Über den FC Schweinfurt 05 wechselte er vom Würzburger FV ins Teedorf, spielte dort aber nur zwei Saisons, erlebte dann bei den Schnüdeln eine tolle Zeit und stand zum Abschluss nochmal sechs Jahre beim WFV im Kasten, ehe er im Alter von 37 Jahren seine aktive Karriere beendete. Der heute 46-Jährige erinnert sich am Tag des Erstundenspiels der Bayern bei Viertligist Energie Cottbus.


Ralf Scherbaum
anpfiff.info
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Herr Scherbaum, vor wenigen Monaten fotografierten wir Sie vor dem Mannschaftsbus des FC Bayern München 2, als dieses Team beim FC Schweinfurt 05 spielte. Kommen in solchen Momenten immer wieder Erinnerungen hoch an das, was vor 25 Jahren war?
Ralf Scherbaum: Na klar kommen in solchen Momente die Erinnerungen hoch, weil man ja nicht immer gegen Bayern spielt und dann auch noch gewinnt...

Wie war das damals: Rechneten Sie sich vor der Partie überhaupt irgendwas aus gegen diese Ansammlung von Top-Leuten mit ja auch Thomas Helmer, Markus Babbel, Jorginho, Dietmar Hamann, Jean-Pierre Papin...?
Ralf Scherbaum: Nein, man denkt ,nur nicht so hoch zu verlieren - und wenn man dann noch gewinnt, ist es um so schöner, wer der Sieg mit zur größten Pokalsensation zählt.

Sie selbst waren ja eigentlich gar nicht Stammkeeper. Wie kam´s dazu, dass Sie im Kasten standen?
Ralf Scherbaum: Beim Aufwärmen hat sich damals der Stammkeeper Günter Reichold den Finger ausgekugelt. Sein Pech war mein Glück - und das 20 Minuten vor Spielbeginn...

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Lengfelds Co-Trainer Ralf Scherbaum beim Jubeln
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Wie nervös ist man, wenn es auf so ein Match zugeht?
Ralf Scherbaum: Man kann nicht nervös sein, wenn man 20 Minuten vor Spielbeginn erst erfährt, dass man spielt. Das heiß: Kurz aufwärmen, reingehen Trikot an und spielen.

War´s das größte Spiel Ihrer Karriere?
Ralf Scherbaum: Kurz und knapp: Ja!

Wie erinnern Sie sich 25 Jahre danach an das Goldene Tor? Läuft das noch immer bei Ihnen wie ein Film im Kopf ab?
Ralf Scherbaum: Nein, eigentlich nicht. Aber man weiß natürlich noch, wie das Tor gefallen ist.

Gab´s eigentlich mal Szenen, in denen der Sieg richtig gefährdet war? Welche Tat war Ihre beste an diesem späten Sommerabend?
Ralf Scherbaum: Ja eine, aber der Ball ist kurz vor Schluss vom Bernd Lunz an den Pfosten gelenkt worden. Aber sonst war nichts Außergewöhnliches dabei, alles, was aufs Tor kam, musste man halten.

 
 
 
 
 
 
 
 
Roland Stein erzielte anno 1994 das Goldene Tor.
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Wie waren die Feierlichkeiten danach?
Ralf Scherbaum: Klar wurde ein bisschen gefeiert, nach dem Spiel ging es zum Mannschaftsessen. Aber ich musste am nächsten Tag wieder auf die Arbeit.

Eigentlich unglaublich, dass damals die Hälfte der Plätze im Frankenstadion leer blieben, obwohl die Bayern spielten. Heutzutage wäre da wohl die Bude knallevoll, was?
Ralf Scherbaum: Wahrscheinlich schon, aber damals war das schon okay. Wann spielt man schon vor 25000 Zuschauern? Ich war ja auch erst 21 Jahre alt.

Gab´s irgendwelche Aussagen der Bayern-Stars danach? Haben Sie das Trikot mit Oliver Kahn getauscht?
Ralf Scherbaum: Nein, kann ich mich nicht erinnern. Aber die Bayern waren nach dem Spiel sofort verschwunden. Leider habe ich nicht das Trikot von Kahn.

Und bei Trainer Giovanni Trapattoni war nach dem Abpfiff die Flasche leer? Wär´s nicht schöner gewesen, wenn er damals "War erlauben Stein?" gesagt hätte statt später das mit Strunz?
Ralf Scherbaum: Na klar, wer hätte vor dem Spiel gedacht, dass wir gewinnen. Aber ein bis zwei Sensationen gibt es ja immer - und wir waren dabei.

 
 
 
 
 
 
 
Wolfgang "Hütte" Hüttner war einer der damaligen Vestenbergsgreuther Topspieler.
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In Runde zwei fegten Sie den FC Homburg vom Platz. ein gewisser Gerd Klaus traf drei Mal, Wolfgang Hüttner und Uwe Ernst steuerten die anderen Tore bei. Alles frühere oder spätere Schweinfurter. Warum ist es denn angeblich heute nicht mehr möglich, mit einem lokalen Team erfolgreich Profifußball zu spielen?
Ralf Scherbaum: Meiner Meinung nach gab
 
es früher nur Fußball für uns. Aber heutzutage gibt es viel mehr Möglichkeiten für die Jugendlichen wie Handy, Laptop, Computerspiele und so weiter.

Rund drei dann: Das 3:4 nach Elfmeterschießen gegen Wolfsburg. 5.500 Zuschauer am Schwalbenberg in Vestenbergsgreuth. Sie spielten nicht - warum?
Ralf Scherbaum: Weil der Stammtorwart wieder fit war und ich die Spiele davor auch nicht so gut gespielt habe. War ärgerlich, aber musste man so akzeptieren.

Warum sind Sie eigentlich nach nur zwei Saison wieder weg aus Vestenbergsgreuth?
Ralf Scherbaum: Es kam dann die Fusion zwischen Vesten
 
bergsgreuth und Fürth, also das heutige Greuther Fürth - und ich war ja die zwei Jahre fast nur auf der Bank gesessen und wollte wieder spielen.
 

Danach folgten viele Jahre in Schweinfurt, 2. Bundesliga zusammen mit unter anderem Roland Stein.
Ralf Scherbaum: Ja, das waren super Jahre mit einige Aufstiegen...

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Reichlich Grund zum Strahlen hatte1994 auch Uwe Ernst.
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War´s wirklich nötig, mit nur 31 Jahren 2004 die Schnüdel wieder zu verlassen? Immerhin haben Sie sich danach die Insolvenz erspart....
Ralf Scherbaum: Nein, das nicht, aber ich musste ja gehen, weil der damalige Trainer Hörgl mich nicht mehr wollte.

Nochmal sechs Jahre im Dress des Würzburger FV - ein idealer Ausklang Ihrer Karriere?
Ralf Scherbaum:
 
 
Das stimmt, weil wir in meinem letzten Jahr in die Bayernliga aufgestiegen sind. Besser kann man nicht aufhören.

An welchem Verein hängt Ihr Herz heute am meisten?
Ralf Scherbaum: Nein eigentlich nicht so wie es ist habe ich es mir immer vorgestellt als Co-Trainer und TW-Trainer zu Arbeiten.

Beim WFV wie danach in Kl
 
einrinderfeld und aktuell in Lengfeld waren und sind Sie immer nur als Co-Trainer tätig. War´s nie mal ein Ziel, an vorderster Front zu stehen?
Ralf Scherbaum: Nein, eigentlich nicht. So wie es ist habe ich es mir immer vorgestellt - als Co-Trainer und Towart-Trainer zu arbeiten.

Gibt´s denn zum 25-Jährigen ein Treffen mit den alten Vestenbergsgreuther Teamkollegen? Haben Sie untereinander immer mal wieder Kontakt?
Ralf Scherbaum: Bis zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich nichts von einem Treffen - und Kontakt untereinander gibt es auch nicht...

Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!