Volleyball-Herren I

Volleyball-Herren 1 – Ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt

Nach dem verpatzten Rückrunden-Auftakt konnte sich die erste Herrenvolleyballmannschaft des TSV am vergangenen Wochenende mit einer 2:3-Niederlage beim SC Memmelsdorf und einem 3:1-Erfolg beim direkten Tabellennachbarn aus Arzberg in der Bayernliga Nord rehabilitieren und hat nun wieder Alles selbst in der Hand.

Dachte man vor zwei Wochen noch, mit zwei Auswärtsspieltagen in Bayreuth und Neunkirchen am Brand hat man das Maximum an Anfahrtstrecke bereits ausgereizt, wurde man vergangenes Wochenende eines Besseren belehrt. Am Samstag-Abend ging es zunächst zum Bamberg-Vorortclub nach Memmelsdorf. Gegen die Hausherren hatte der TSV noch eine Rechnung aus dem Hinspiel zu begleichen, verlor man nach relativ ausgeglichenem Spiel doch deutlich mit 0:3. Trainer Hennrich stand an beiden Spieltag erneut nur eine Minimalbesetzung zur Verfügung. Es fehlten der verletzte Hauptangreifer Schönewolf, sowie der beruflich verhinderte Libero Jones. Hennrich selbst, nun in der Bayernliga-Mannschaft festgespielt, bekleidete das Amt des Liberos. Leidtragender der momentanen Personal-Situation, da einziger Auswechselspieler, ist der universell einsatzbare Janick Sill, der Joker in der Not, das Mädchen für Alles. Gegen Memmelsdorf geriet man im ersten Satz direkt ins Hintertreffen. Beim Stand von 0:5 schien die Mannschaft noch nicht auf dem Feld zu sein. Zur Satzmitte brachten die Brüder Markus und Martin Wolz im Aufschlag den TSV jedoch wieder auf Tuchfühlung (11:13), im weiteren Verlauf sogar in Führung (16:14). Routiniert konnte der erste Durchgang mit 25:22 gewonnen werden. Nach ausgeglichenem Start in den zweiten Satz verloren die Mannen um Kapitän Göb im weiteren Verlauf den Anschluss (9:13) und konnten gegen solide aus eigener Annahme herausspielende Gastgeber keinen Stich mehr setzen (20:25). Ähnliches Bild im dritten Satz. Erneut beim Stand von 9:13 verlor der TSV den Anschluss, die Memmelsdorfer Annahme und Abwehr konnte zu diesem Zeitpunkt wiederum nicht ausreichend unter Druck gesetzt werden. Nach dem 17:25-Satzverlust stand fest, über die volle Distanz oder punktlos. Letzteres schien sich anzubahnen. Beim 5:9 im vierten Durchgang mahnte Hennrich zu mehr Biss und vollem Engagement, doch beim 14:18 stand man mit dem Rücken zur Wand. Eine Aufschlagserie von Kiendl, ein beherzter Sill auf der Außenposition und eine zu diesem Zeitpunkt wie geschmiert laufende Blockmaschinerie der Familie Wolz drehten den Rückstand zu einer 20:19-Führung. Mit 25:23 konnte letztlich der Tie-Break erzwungen werden. War beim Seitenwechsel (6:8) noch alles möglich, beraubte sich der TSV durch einige individuelle Fehler schnell jeglicher Siegeschancen. Nach 8:13-Rückstand konnten die Lengfelder zwar noch auf 10:13 verkürzen, musste sich aber am Ende nach fast zwei Stunden mit 15:11 geschlagen geben. In Summe ein Spiel, in dem mehr möglich gewesen wäre, hätte man nicht jeden Satzbeginn verschlafen und mehr Druck im Aufschlag auf die gute Memmelsdorfer Annahme ausüben können. Böse Zungen behaupten, dass das Team, allen voran Libero-Trainer Hennrich, lediglich beim Abklatschen nach dem Spiel ausreichend Druck zeigten. Nichtsdestotrotz ein verdienter Punktgewinn.

Nach kurzer Regenerationsphase (Ankunft in Würzburg 00:30 Uhr) ging es dann am Sonntagmittag auf ein Neues mit dem Vereinsbus und der längstens Anreise zum direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt nach Arzberg ins Fichtelgebirge. Nach dem engen 3:1-Erfolg im Hinspiel gewiss kein Selbstläufer. Unverändert zum Vortag startete der TSV konzentriert in die Begegnung und konnte sich zur Satzmitte auf 19:15 absetzen. Gute Blockarbeit, eine wachsame Abwehr und eine stabile Annahme um Libero Hennrich hielten die Hausherren in Schacht, 25:23 für die Lengfelder. Im zweiten Satz dann ein Déjá-vu zum Samstag. Eine phasenweise verunsicherte Annahme, sowie zahlreiche Angriffsfehler hatten ein 3:9 zur Folge. Im weiteren Verlauf fasste sich Zuspieler Kiendl ein Herz und brachte den TSV durch starke Aufschläge wieder auf 14:14 heran, doch es war der Wurm drin. Arzberg zog erneut davon, ein deutliches 18:25 die Konsequenz. Doch in diesen Momenten greift das große Plus der Lengfelder, keine Spur von Resignation, sondern der Wille und der Ehrgeiz sich selbst wieder ins Spiel zurückzufeiern. Nach ausgeglichenem Beginn des dritten Satzes (11:11) waren es Markus Wolz und erneut Benjamin Kiendl im Aufschlag, die die Mannen aus dem Kürnachtal mit 20:12 in Führung brachten. Zudem zeigte ein prächtig aufgelegter Oliver Stöffler seine Klasse auf der Mittelposition, wohl angetrieben vom einzigen Fan des Tages, Elke (alternativ: Eva). Der Satz wurde mit 25:19 eingetütet. Die Mannschaft war heiß auf drei Punkte, sollte man meinen. Die Hausherren boten aber weiterhin Parolie und starteten besser in den vierten Durchgang (9:12 aus Lengfelder-Sicht). Im weiteren Satzverlauf konnte dann zunehmend Diagonalangreifer Martin Wolz harte Angriff in die Arzberg-Hälfte wuchten, Außenangreifer Felix Wappler setzte zudem sehenswert das Abwehrtraining der letzten Wochen in die Tat um. Bei 17:16 aus eigener Sicht war es dann wiederum Kiendl im Auschlag (20:17), der für Mannschaftskapitän Thomas Göb in der folgenden Aufschlagsrotation Tür und Tor öffnete, den Satz mit 25:19 nach Hause zu bringen.   

Für den TSV Lengfeld spielten: Thomas Göb, Janick Sill, Felix Wappler (Außen) Oliver Stöffler, Markus Wolz (Mitte), Benjamin Kiendl (Zuspiel), Martin Wolz (Diagonal), Bernhard Hennrich (Trainer, Libero).

Mit nun mehr 20 Punkten aus derzeit 14 Spielen hat der TSV den siebten Tabellenplatz gefestigt und sollte somit mit dem direkten Abstieg aus der Bayernliga nichts mehr zu tun haben. Am kommenden Samstag, den 11. Februar 2017, geht es dann um 19 Uhr beim Tabellenachten aus Faulbach darum, die Frage zu klären, inwiefern der Relegationsplatz zum Verbleib in der Liga für das Saisonende von Bedeutung ist. Der TSV bedankt sich für die lautstarke Unterstützung der vereinzelt nach Memmelsdorf und Arzberg mitgereisten Fans und hofft auch in Faulbach auf zahlreiche Unterstützung. Bleibt noch eine Anmerkung zum abgesagten Hinrundenauftakt gegen den VC Amberg. Das Spiel wurde sehr zum Missfallen der Lengfelder mit 0:3 gegen den TSV gewertet, eine offizielle Klage gegen diese Wertung wurde jedoch bereits eingereicht.  

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