Schach - Spieltag 8

Wer die Chance nicht nutzt….

 

Unter schwierigen Verhältnissen steht der Mannschaftskampf in Gemünden. Thomas fehlt, Andreas mehr krank als lebendig, ich (zumindest als Spieler) nicht dabei (obwohl das in dieser Saison nur eingeschränkt nachteilig ist J), steht ein schwieriger Mannschaftswettkampf bevor. Und das auch noch in Gemünden, wo wir noch nie wirklich was reißen konnten. Aber unser Kampfgeist ist ungebrochen.

Selbst Andreas, so wird dem Berichterstatter hernach berichtet, schlägt sich wacker, bis ihm wohl auf Grund der misslichen/gesundheitlichen Umstände ein Konzentrationsfehler unterläuft und schwuppdiwupp ist erst ein Bauer/eine Qualität verloren und nicht viel später die Partie im Orkus der Geschichte versickert. Gute Besserung, Andreas J! 1 - 0,

Michael sieht sich diesmal an ungewohnter Position wieder. Normalerweise hat er ja links und rechts je einen Mitspieler sitzen, aber diesmal eben nur auf der linken. Tja, so ist das an Brett 1. Da bekommt man nicht nur einen starken Gegner, da wird auch noch einem die (moralische) Stütze auf einer Seite genommen. Sozusagen spielt man da direkt am Abgrund. Passt man nicht auf, setzt einen Schritt, äh einen Zug, verkehrt, geht’s ratzfatz die Klippe und den Hang hinunter. Die beiden schlagen den Pfad der französischen Abtauschvariante ein. Sowas langweiliges und solides. Da muss schon einer von beiden gleich zweimal fehltreten bzw. –ziehen, damit ein Remis verhindert wird.

Selbst Michaels vermeintlich energisches Dd1-f3 im 5. Zug lässt Schwarz ruhig bleiben. Auch Michaels 0-0-0 provoziert kein Stirnrunzeln bei Schwarz, dazu ist der weiße Königsflügel viel zu wenig entwickelt. Schwarz erwidert ebenfalls 0-0-0 und wieder sind wir im Remishafen angelangt. Nach 12 Zügen existieren keine Läufer mehr und die wirklich einzig ersichtliche „Schwäche“ auf dem Brett, die ersichtlich ist, ist das schwarze rückständige Bäuerlein auf e6. Das könnte ein Angriffspunkt werden. KÖNNTE!

Hanns-Rainers Gegner wählt eine ungewöhnliche sizilianische Verteidigungsstrategie, indem er nach dem gewöhnlichen Königsfianchettoaufbau im 6. Zug plötzlich mit f7-f5 auf dem Königsflügel die Initiative an sich reißen will. Das überrascht sogar den Computer und dieser signalisiert sofort, auf der nun geschwächten e-Linie durch Dd1-e2 für Stimmung zu sorgen. Leider ist Hanns-Rainer dafür zu wenig ungestüm und stützt erstmal durch d2-d3 den Bauern auf e4. Gibt ja schließlich auch dem Lc1 die Perspektive, endlich am Spielgeschehen mitzuwirken. Nun ja, das mit dem Läufer lässt noch auf sich warten. Erstmal werden alle Rösser getauscht (waren die schon so müde, dass die lieber aus dem Spiel genommen werden, bevor sie sich noch irgendwelche Hax’n brechen?) und so erscheint ein schwarzer Läufer auf e4, während sich Hanns-Rainers Lc1 endlich an die frische Luft auf g5 begeben und dort tief ein- und ausatmen darf – Freiheit für die Läufer!!! Alle Bauern, Läufer, Türme und Damen sind noch auf dem Schlachtfeld, wobei sich die Damenwelt noch dezent im Hintergrund hält. Schickt sich ja auch nicht für die Damen, sich in ihrer teuren Klamotten vorneweg ins Getümmel zu stürzen. Lieber das Ganze aus sicherer Distanz verfolgen…

Helmuts erster 1. Mannschaftseinsatz in dieser Spielzeit verläuft unspektakulär. Auch wenn es die - sonst bei uns stets zu verwickelten Stellungen führende - Caro-Kann-Eröffnung ist. Helmut lässt sich auf Nichts ein. Alle Figuren, die ihn ärgern könnten, werden befragt oder angegriffen und dann getauscht. So geht es mit Läufern und dann auch Damen. Das riecht stark nach Remis. Aber wir sind ja mitunter Helden in Endspielen. Also nichts verschreien!

Herbert konfrontiert (wohl eher unbewusst) seinen Gegner mit der Richter-Weressow-Variante in einem Damenbauernspiel. Und zwar sogar auf recht aktivem Wege. Nach der Königsläuferfianchettierung sollte auch der Damenläufer noch aktiv ins Geschehen eingebunden werden, dann hätten die Türme auf ihrer Grundreihe auch Schwenkungsmöglichkeiten, um so auch auf dem Königsflügel zu unterstützen, nachdem sich nach den Bauernzügen e2-e3, f2-f4, h7-h6 nebst g7-g5 absehen lässt, dass es auf dem Königsflügel etwas rumoren wird. Die schwarze Dame auf a5 (wäre sie mal besser nur nach b6 entwickelt) hat nicht allzu viel zu sagen, in diesem – und auch in späteren Moment(en).

Die spektakulärste und ärgerlichste Partie ist bei Christian an Brett 4 zu verfolgen. Aus einer langweiligen symmetrischen Englisch-Variante wird ein Auf und Ab, ein Hin und Her mit Chancen für beide Seiten, wobei Christian zweimal den Ball quasi auf dem Elfmeterpunkt (Wobei das genau genommen in England keine 11 Meter waren/sind. Da wird in Fuß gerechnet, 1 Fuß = 30,5 cm x 36 Fuß = 10,98 Meter. Deswegen beträgt der Abstand beim Freistoß auch 9,15 Meter und der Strafraum ist 54 Fuß à 30,5 cm = 16,47 Meter groß, das Tor 8 Fuß hoch und 24 Fuß breit und der 5-Meter-Raum 16 Fuß = 4,88 Meter groß. Das musste einfach mal gesagt werden… J) liegen hat, anläuft und leider (wie die Bayern vor zwei Jahren im DFB-Pokal Halbfinale gegen Dortmund bei der Schussausführung mitunter wegrutschen und so verschießen) zweimal nicht das Runde im Eckigen unterbringen kann. Und das kommt so: Nach dem (vorsichtigen und umsichtigen Abtasten in der Eröffnung ergreift Christian im rechten Moment die Chance, mittels d7-d5 seine Entwicklung ins Endstadium zu führen. Der weiße Springerangriff gegen Christians Dame durch Sc3-a4 dient mehr dazu, den Bauern auf b2 zu schützen. Das anschließende c4-c5 hilft eher Christian, da dem weißen weißfeldrigen Läufer nun das Feld c4 verwehrt ist. Zwar könnte der Bauer auf c5 langfristig zu einer „persona non grata“ werden, aber da ist noch weit hin. Durch die Offiziersausflüge Lf5 und Sg4 zwingt Christian Weiß zur Königsmauserschwächung g2-g3 – ein erster Erfolg.

Sergey darf sich mit Herrn (oder Frau) Nimzowitsch auseinandersetzen und macht das anfangs auf seine gewohnte Art; wobei sein Gegner auch die scheinbar ungewöhnliche Art bevorzugt. Schwarze Bauern auf a6, b5 und c6, der Damenläufer auf b7 dahinter. Früh werden Damen und ein Läuferpaar getauscht, etwas später dann die restlichen Läufer. Wird wohl nicht lange dauern, da werden dann auch noch Springer (und Türme) getauscht. Das sieht nach einem freundlichen Remis aus.

Aus dem Könnte ist bei Michael ein „Rette sich, wer kann“ geworden. Durch g7-g5 bekommen Michaels Dame (auf f3) und Springer (h3) mächtig Bammel vor dem kräftig auf den Busch klopfenden Bauern auf g5. Die Dame verdünnisiert sich nach d3, was ein sofortiges e6-e5 nach sich ziehen müsste. Soviel zum Thema „einzige Schwäche“. Doch statt e6-e5 kommt c6-c5. Michaels Augen leuchten auf. Das Feld b5 wird endlich für seinen Springer frei. Also auf, auf, Kameraden. Im Galopp geht es nach b5. Wahrlich ein schönes Feld, welch eine Aussicht nach a7! Und dann kommt diese böse böse Dame und vertreibt den Gaul da schon wieder von a6 aus nach a3. Jetzt wird‘s ungemütlich. C5-c4 verstärkt den Druck Richtung König auf c1. Und dann ist da noch dieses Feld e4. Da könnte sich ein schwarzes Ross einnisten (Huch, seit wann können Rösser nisten? J). Also halten wir jetzt den Damenflügel dicht oder behalten wir das Feld e4 im Auge. Michael hält auf dem Damenflügel mit c2-c3 dagegen. Und so kann Schwarz nach Th8-e8 mit e6-e5 für ganz schön Wallung auf der e-Linie sorgen. Bei Michael brennt es an allen Ecken und Enden. Die zentrale Bauernwalze Schwarz‘ bringt Michael ins Schwitzen. Erstmal weg mit dem König nach b1. Doch nach Da6-e6 mit Angriff auf den ungeschützten schändlichen Springer auf h3 ist Michael verloren. D4xe5 De6xSh3 und selbst der lang ersehnte Einschlag auf a7 durch De3xa7 wird Michael nicht mehr retten. Dh3-f5+ treibt Michaels König ins Eck nach a1. Michael kann sich nicht mehr retten. Dann muss es halt der Gegner tun?! Und der macht es glatt. Unterschätzt das drohende/bevorstehende/ausgeführte Sa3-b5 und setzt sich mit seinem Gaul endlich von f6 nach e4 - mit einer „fürchterlichen“ Drohung gegen f2. Rettung wäre für Schwarz noch möglich. E5 zu schlagen, keine schlechte Idee, falls es die Dame täte. Aber Sd7xe5 treibt den schwarzen König nach Da7-a8+ Kc8-d7, Da8xb7+ mitten auf’s Feld e6. Und wer jetzt richtig gelesen und mitgedacht hat, findet den Zug selber, der Michael den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg bringt (Viel Spaß beim Grübeln J). 1 - 1

Und wie haben sich die Damen bei Hanns-Rainer verhalten? Müssen sie eingreifen oder hat das niedere Fußvolk die Schlacht entschieden? In der Tat, die feinen Herrschaften haben sich aussichtsreich positioniert und auch die Offiziere gut verteilt. Die Kanonen stehen auf den e- und f-Linien. Die Mauern der eigenen Festung sind zwar schon etwas durchlöchert, aber da kann nichts passieren – beidseits. Jetzt nur noch die gelöcherten Reihen diagonal schließen, also den bösen Läufer von e5 vertreiben. Da hat dieser eine viel zu gute Aussicht. Doch Hanns-Rainers Aufmerksamt gehört dem Damenflügel. A3-a4 soll wohl b6-b5 verhindern. Aber das ist auch so eine Kunst in der Heeresführung. Kann man nicht beide Brandherde löschen, sollte man das Feuer bekämpfen, das schneller, ungehinderter und weiter vordringen kann. Und das ist in diesem Fall der schwarze f-Bauer, der nun auf leisen Sohlen erst nach f4 und dann mit einem LAUTEN Sprung auf f3 sich einnistet (Heute sind aber viele Nistlinge unterwegs. Gibt’s da noch mehr?). Und dieser Hundling von Bauer entscheidet somit zwei- oder - wenn man genauer ist – dreizügig die Partie, da nun ein schlechter Tausch Hanns-Rainer bevorsteht. Bauer gegen Läufer auf g2. Die restlichen Züge muss man nicht mehr mit ansehen. Wie’s halt so ist: stürzt die Stütze, bricht das ganze Haus zusammen (oder auseinander). 2 - 1.

Helmuts Ende kündigt sich an: Die Bauernverteilung und –struktur sind identisch, jeweils drei Leichtfiguren versuchen, ins gegnerische Lager unbemerkt vordringen und auf einem schönen Aussichtsfeld Posten beziehen zu können. Doch auf den zentralen Feldern lässt keiner dem anderen Ruhe bzw. den Vortritt. Was sich auf d5 oder d4 einnisten will (schon wieder eine versuchte Nistung J), wird schmerzlos und kurzerhand entfernt, egal ob Läufer oder Springer. Dann wird dem König auch noch Luft hinter der Bauernkette f4, g3, h2 gemacht. Und gut ist die Welt. Remis ist ein wahrlich gutes Ergebnis für Helmut! 2 ½ - 1 ½.

Heikos Partie endet Remis. Wie es zustande kommt, ist nur noch aus der dunklen Erinnerung zum Ende hin eruierbar. Die Notation ist leider nur massivst eingeschränkt verwendbar. Irgendwie hat Heiko noch nicht den Rhythmus – beim eigenen Zug: Ziehen, Uhr drücken, Zug notieren, beim gegnerischen Zug: Schreiben, Denken, Zug ausführen, Uhr drücken, Schreiben – verinnerlicht. Jedenfalls ist es zum Ende hin ein Hin und Her. Mal kann Weiß gewinnen, mal kann Schwarz gewinnen, mal kann keiner gewinnen. Demzufolge verliert keiner und es steht 3 – 2.

Dieses f2-f4 in Herberts Partie manifestiert für Weiß die Vorherrschaft auf e5. Da steht ein stolzer Gaul. Der muss weg. Also Herbert zieht Sd7xSe5. Recht so! F4xSe5. Recht so! Herbert erwidert Sf6-g4. Schlecht so! Das war der Moment. Der eine Moment, der Herbert (und seine Partie) rettete, falls Herbert Lc8-g4 mit Gardé gesehen und gezogen hätte. Dann wäre alle Zeit der Welt gewesen, den Sf6 auf d7 einzunisten. Alle (Leicht-) Figuren hätten genügend Flucht- und sogar auch Perspektivfelder. Aber nach Sf6-g4 und h2-h3 hat der Springer eben keine Flucht- und schon gar keine Perspektivfelder mehr. Also gilt es, in den gegnerischen Reihen für einen möglichst großen Kollateralschaden zu sorgen. Sg4xe3. Das führt nach De1xSe3 und f5-f4 zwar zur Qualitätsrückgewinnung, aber da dies auf Kosten der totalen Zertrümmerung der schwarzen Bauernmauer geht, schutzlose schwarze Figuren nur noch hilflos auf dem Felde herum irren können, Schwarz den langen Atem des weißen weißfeldrigen Läufers von d3 bis nach h7 spürt, die offene f-Linie unter weißer Regentschaft steht, ist der Untergang besiegelt. Man stelle sich vor: statt Bauern sind auf f7 und g7 die eigenen Läufer positioniert, um den König auf f8 zu „schützen“. Und dann lauert da auch noch ein weißes Ungetier in Form eines Springers auf f4, das einfach nach e6 möchte, um von dort aus – unterstützt durch die eigene (Turm-) Kanone auf f1 - mit seinen Hufen auf dem armen König herum zu trampeln. Der begibt sich zwar letztendlich auch Wanderschaft und irrt auf dem gesamten Feld umher, in der Hoffnung, nachdem sich das Feld gelichtet hat, seinem verbliebenen Bäuerchen auf der e-Linie irgendwie Unterstützung auf dem langen Marsch bis nach Peking, äh e1, zukommen zu lassen. Aber während der angedeutete lange Marsch (mehr oder weniger) erfolgreich war, ist dieses Unterfangen zum Scheitern verurteilt. Tja, da sieht man wieder. Kontrolle über’s Zentrum verloren, einmal den falschen Degen, ich meinte Springer statt Läufer, gezogen und der Niedergang des Hauses ist unaufhaltsam…. 4 - 2

Mittlerweile gelangt auch Christians Partie in die Endphase. Beide Seiten haben Chancen liegen lassen. Gemäß dem Motto „Ein guter Spieler gewinnt mit einem Isolani, ein schlechter verliert“ wäre das punktgenaue d5-d4 durch Christian der „Dosenöffner“ in die weiße Stellung gewesen. Nach Le5xd4+ Kg1-g2 den Damezug Dc7-c6+ nachschieben und ebenjener Springer, der einst die Dame von a4 aus ärgerte, wäre den Weg des ewigen Friedens gegangen. Aber so wogt das Spiel hin und her. Weiß erobert den schwarzen Isolani und könnte nun auf der d-Linie mittels Tb1-d1 gehörig für Untergangsszenarien Christians sorgen. Doch das scheinbar schnellere Sd5-b6 erweist sich als Bumerang. Dd7-d4+, gefolgt von Dd4xe4+ Db3-f3 und zu guter Letzt Td8-d2+ Kg2-h3 bringen Christian erstmals in die Situation, dass der Ball auf dem (korrekt formuliert) Strafstoßpunkt liegt. Die Stellung ist wie folgt - nur die entscheidenden Figuren werden genannt - Kh3, Df3, Bauern h2, g3 und bei Schwarz Kg7, De4, Td2, Le5, Bauern h7, g6 und f5. Wer versenkt den Ball im Tor? Christian schießt den Ball mit g6-g5 nur an die Latte und bekommt zwei Züge später wieder einen Strafstoß zugesprochen. Die Lage ist nun wie folgt: Kh4, De4, Bauern h2 und g3. Kg7, Td2, Le5, Bauern h7, g4 und f5. Doch wieder trifft Christian nur die Latte. Td2xh2+ und wer sich das Ergebnis vor Augen hält, wird schnell feststellen, dass diese Partie dann leider für Christian und uns verloren ist, da die restlichen Figuren, zwei weiße Türme und 1 Springer sowie ein schwarzer Turm wieder mitspielen dürften. 5 - 2

Wie der Eindruck doch täuschen kann. Von wegen freundliches Remis bei Sergey. Sergey liebt spannende Spiele mit vielen Varianten. Was er nicht liebt, sind (eigene) Springerrückzüge. Vorwärts immer, rückwärts nimmer! Doch manchmal ist der Rückzug die geeignete Angriffsvariante. So gesehen ist Sd4-e2 mit anschließendem Turmtausch oder sogar Turmtäuschen (welch ein Wort J) angesagt. Aber b2-b3 (mit dem Gedanken, den König über b2 und c3 ans Geschehen heranzuführen, ist schlicht und einfach der erste Sargnagel. B2-b4 verbietet sich, denn dann würde sich der Springer von a5 auf c4 (Naaa… wie lautet das Zauberwort? Richtig!) einnisten und den Bauern auf a3 genüsslich sich einverleiben. Doch nach der Antwort Ta8-c8 geht’s bergab mit Sergey Armädchen. Eine Armada ist es nicht mehr und gleich sollte sie noch mehr reduziert werden. Schwarz verdoppelt seine Türme auf der d-Linie, der Springer auf d4 kann leider nicht abziehen und so den Turm auf d1 schützen. Also kommt, was nicht kommen soll: Der weiße Turm (natürlich nicht der aus Gondor) wird getauscht gegen den schwarzen Springer. Verloren die Partie. Eindeutig. Aber Sergey kämpft und grübelt, während Schwarz im Glauben des sicheren Sieges einen Bauern nach dem anderen schnabuliert. Fast zu spät registriert er, dass der weiße a-Bauer unaufhaltsam nach a8 marschiert. Was heißt hier fast? Es ist zu spät. Kb5, Sc5 und Bauer a5, b3, f3 und h2 gegen Kd8, Tg2, Bauern auf e6, f7, g5, h6. Weiß ist am Zuge. Der richtige Zug gewinnt die Partie, auch wenn’s ein wenig länger dauern wird. Aber Sergey im Eifer des Gefechtes findet ihn auch nicht und so geht die Partie verloren zum 6 – 2.

Letztendlich hat der Wettkampf das wohl erwartete/zu erwartende Ende genommen. Aber falls man genauer hinguggt, wäre auch ein anderes Ergebnis möglich gewesen, sogar ein 4 – 4. Aber irgendwie hauen wir am Ende noch einen raus. Aber wir bleiben am Ball. Stetiges Spielen und Trainieren und auch Zuhören bei den Theorieabenden lässt die Chance steigen, irgendwann mal den unterlaufenen Fehler zu vermeiden bzw. einen Moment länger auf’s Brett zu guggen, die Hände unter die Oberschenkel zu legen und erst, wenn man sich absolut sicher ist, den Zug auszuführen. Dass wir am gegen Rottendorf einen schweren Stand haben würden, war klar. Dass der Klassenerhalt somit auch von anderen Mannschaften abhängt, ist blöd. Aber er ist geschafft. Wie? Das erfahrt ihr, wenn Ihr mich wieder seht. Ihr müsst unbedingt lesen, wie es weiter geht. Und wer wissen will, wie die Lösungen der angesprochenen Stellungen aussehen, darf gerne zum nächsten Trainings-/Theorieabend kommen. In diesem Sinne – wir sehen uns, vielleicht sogar bei der Abteilungsversammlung? 

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